Demenzrisiko vorbeugen - Hören und Verstehen


Menschen mit unbehandeltem Hörverlust erkranken bis zu fünf Mal häufiger an Altersdemenz.

Hören ist nicht nur Aufgabe der Ohren. Ihre Ohren nehmen das Gehörte auf und leiten den Schall zur Verarbeitung an Ihr Gehirn weiter. Dort wird selektiert, Wichtiges von Unwichtigem getrennt und somit das Hören zum Verstehen gemacht. Als Normalhörende sind wir in der Lage, uns auf einen Sprecher zu fokussieren und alles andere rundherum auszublenden.

Dieser Prozess ist aufwendig und fordert unserem Gehirn viel Leistung ab. Nur mit einem vollständigen Gehör kann der Kopf mit ausreichend Informationen versorgt werden und optimal filtern. Ist ein Hörverlust vorhanden, wird das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Informationen versorgt. Die Folge: wir passen uns an und es findet eine Hörentwöhnung statt. Der Kopf verliert die Fähigkeit, wichtige und unwichtige Informationen voneinander zu trennen und gezielt einen Fokus zu setzen. Es fällt zunehmend schwer, in der Runde mit Bekannten oder der Familie aktiv am Gespräch teilzunehmen,

im Film alle wichtigen Details zu verstehen oder im Frühling die ersten Vögel auf den Bäumen zwitschern zu hören. Oft hat man das Gefühl zu hören, aber nicht zu verstehen. Manchmal zieht man sich daraufhin zurück, möchte nicht immer nachfragen und nimmt an verschiedensten gesellschaftlichen Aktivitäten nicht mehr teil.

Studienergebnisse zeigen, dass gutes Hören, vor allem aber gutes Sprachverstehen, den Abbau geistiger Fähigkeiten im Alter verlangsamen kann. Menschen mit unbehandeltem Hörverlust erkranken bis zu fünf Mal häufiger an Altersdemenz. Damit sich das Gehirn nicht an den Zustand gewöhnt, weniger zu hören, ist es wichtig, frühzeitig zu handeln. Ein Hörtest gibt Ihnen Klarheit über Ihr Hörvermögen. Nur so kann vermieden werden, dass Hörprobleme erst Jahre später festgestellt und zu spät behandelt werden.